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Warum fällt es uns so schwer, von Gott zu empfangen? – Und wie wir ihn um Weisheit bitten können

Autorenbild: Mike Roberts
Mike Roberts
25. Aug.
7 Min. Lesezeit
Mann sitzt bei Sonnenuntergang auf Mauer über Stadt; Text: Why Is It So Hard to Receive from God? – Mike Roberts



Ein kurzer Impuls für alle – ob du Jesus schon seit Jahrzehnten nachfolgst oder einfach neugierig darauf bist, wer er ist. Alle Bibelstellen stammen aus der Schlachter 2000 (SCH2000).


von Mike Roberts


Warum es uns so schwerfällt, einfach zu empfangen


Ich weiß nicht genau, warum, aber uns Menschen fällt es schwer, einfach von Gott zu empfangen. Ein Geschenk wird uns aus freien Stücken angeboten – und doch zögern wir.

Wenn ich dieses Zögern ehrlich betrachte, erkenne ich mindestens drei Ursachen.


1. Unser Stolz will nicht zugeben, dass wir es uns nicht verdient haben


Die erste Ursache ist Stolz. Stolz weigert sich anzuerkennen, dass wir das, was Gott uns anbietet, weder verdienen noch einen Anspruch darauf haben. Er möchte dafür bezahlt oder es sich erarbeitet haben. Doch die Bibel beschreibt Gottes größtes Geschenk genau als das: als Geschenk, nicht als Lohn.


„Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ - Römer 6,23

Mit „Sünde“ ist hier unsere Abkehr von Gott gemeint – all die Arten, auf die wir hinter Gottes vollkommenem Maßstab zurückbleiben. Der Vers stellt dem, was wir verdienen – den Tod –, das gegenüber, was Gott uns einfach schenkt: das Leben.


2. Manchmal macht uns Angst, wie sehr wir ihn brauchen


Die zweite Ursache ist das Gegenteil von Stolz: Angst. Wenn wir schließlich erkennen, wie dringend wir das brauchen, was nur Gott uns geben kann, kann es beängstigend sein, dies einzugestehen. Denn es bedeutet, dass wir nicht aus eigener Kraft bestehen können. Jesus brachte unsere Abhängigkeit so deutlich zum Ausdruck, wie es nur möglich ist:


„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun." - Johannes 15,5

„Bleiben“ bedeutet, eng mit ihm verbunden zu bleiben – so wie eine Rebe mit dem Weinstock verbunden bleibt. Eine vom Weinstock getrennte Rebe kann keine Frucht hervorbringen. Jesus sagt, dass dasselbe für uns gilt, wenn wir von ihm getrennt sind.


3. Wir möchten niemandem etwas schuldig sein


Die dritte Ursache ist weniger offensichtlich. Wenn ich die Errettung wirklich als Geschenk empfangen habe und nicht als etwas, das ich mir erarbeitet habe, bin ich Gott dann nicht in gewisser Weise etwas schuldig? Ich möchte niemandem etwas schulden. Ich dachte, es sollte kostenlos sein!


Die Bibel erklärt, dass schon unser Stolz fehl am Platz ist, weil wir überhaupt alles, was wir besitzen, ursprünglich empfangen haben:


„Denn wer gibt dir den Vorzug? Und was besitzt du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber empfangen hast, was rühmst du dich, als ob du es nicht empfangen hättest?" - 1. Korinther 4,7


Ein echtes Geschenk erzeugt keine Schuld – genau das macht es zu einem Geschenk! Es nimmt uns jedoch jeden Grund, uns selbst zu rühmen. Sobald du erkennst, dass alles Gute in deinem Leben – bis hin zu deinem nächsten Atemzug – dir geschenkt wurde, bleibt schlicht nichts mehr übrig, worauf du stolz sein könntest. Und das erweist sich als Befreiung, nicht als Belastung.


Die innere Haltung, die den Weg öffnet: Empfange wie ein Kind


Wie können wir also Stolz und Angst überwinden? Jesus verweist auf ein unerwartetes Vorbild: ein kleines Kind.


„Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen!" - Markus 10,15


Denk darüber nach, wie ein Kind ein Geschenk empfängt. Es rechnet nicht aus, was es dafür schuldet. Es fühlt sich nicht in seinem Stolz verletzt und begegnet dem Geschenk nicht mit Misstrauen. Es nimmt es einfach mit offenen Händen und voller Freude an. Zu genau dieser Haltung lädt Jesus uns ein: nicht verdienen, nicht zurückzahlen, sondern empfangen.


Wie empfangen wir Weisheit? Eine Frage, über die es sich nachzudenken lohnt


Wenden wir all das nun auf etwas Bestimmtes an: Weisheit. Wie bekommen wir sie eigentlich? Die Sprüche geben eine Antwort, die zunächst klingt, als würde sie sich im Kreis drehen:


„Der Anfang der Weisheit ist: Erwirb Weisheit, und um allen deinen Erwerb erwirb Verstand!" - Sprüche 4,7


Lies das noch einmal. Um weise zu werden, sollst du Weisheit erwerben, und indem du Weisheit erwirbst, sollst du Verständnis gewinnen. Wenn es dir wie mir geht, klingt das wie ein Zirkelschluss: Du brauchst Weisheit, um Weisheit zu bekommen.


Auf deinem Weg mit Gott wirst du vielen solcher scheinbaren Widersprüche begegnen. Sie sind keine Sackgassen, sondern Einladungen, genauer hinzusehen.


Warum Gott für uns nicht leicht zu begreifen ist


Ein Teil der Antwort liegt darin, dass Gott unser Verständnis bei Weitem übersteigt – und das mit Absicht:


„Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken." - Jesaja 55,8–9


Jesus nachzufolgen bedeutet, in eine Beziehung mit dem Schöpfer des Universums einzutreten. Es wäre wohl ein wenig enttäuschend, wenn wir ihn schon vom ersten Tag an vollständig begreifen könnten. Der Gott, der alles erschaffen hat, besitzt gewiss eine größere Tiefe! Und genau so ist es. Doch anstatt uns auszuschließen, lädt er uns ein, zu ihm zu kommen: Fragen zu stellen, seinen Rat zu suchen und unser ganzes Leben lang von ihm an Erkenntnis zuzunehmen.


Wie erkennen wir die Wahrheit? Wir bitten darum


Jesus verband Freiheit unmittelbar damit, die Wahrheit und ihn selbst zu erkennen:


„Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!" - Johannes 8,31–32


Wie lernen wir also die Wahrheit kennen? Die einfachste Antwort zieht sich durch diesen gesamten Impuls: Wir bitten darum. Wir hören auf, Weisheit aus eigener Kraft hervorbringen zu wollen, und bitten denjenigen darum, der sie besitzt.


Ein Zeuge, der dies selbst erfahren hat: Jakobus


Denken wir an Jakobus, den Verfasser des neutestamentlichen Buches, das seinen Namen trägt. Jakobus war außerdem ein Halbbruder von Jesus – sie hatten dieselbe Mutter, Maria; Jakobus’ Vater war Joseph. Und dennoch glaubte er zunächst nicht:


„ Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn." - Johannes 7,5


Wenn überhaupt jemand hätte erkennen müssen, wer Jesus war, dann Jakobus. Er erlebte ihn aus nächster Nähe und erkannte es zunächst trotzdem nicht. Doch irgendwann änderte sich das, und er kam zur Erkenntnis der Wahrheit. Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb er später so nachdrücklich schrieb:


„Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden." - Jakobus 1,5

„Ohne Vorwurf“ bedeutet, dass Gott uns nicht zurechtweist, beschämt oder unsere frühere Unwissenheit gegen uns verwendet.


Jakobus hatte selbst einen Gott erlebt, der Weisheit großzügig schenkt und einem die Vergangenheit nicht vorhält. Wenn jemand wusste, dass Gott uns unser langsames Begreifen und unseren früheren Unglauben nicht anrechnet, dann war es der Bruder, der selbst erst spät zum Glauben kam.


Gott gibt, ohne dir etwas vorzuwerfen


Es lohnt sich, bei diesem letzten Gedanken zu verweilen, denn genau daran zweifeln unser Stolz und unsere Angst. Wenn du zu Gott kommst und ihn bittest, steht er nicht mit verschränkten Armen vor dir und zählt deine Fehler auf. Die Bibel zeichnet durchgehend das Bild eines Gottes, der sich danach sehnt, dass du dich ihm zuwendest.


„Ich sage euch, so wird auch Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die keine Buße brauchen!" - Lukas 15,7

„Buße tun“ bedeutet schlicht umzukehren – die Richtung zu ändern und sich wieder Gott zuzuwenden.


„Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe." - 2. Petrus 3,9


„welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen." - 1. Timotheus 2,4


Dieser Gedanke wurde nicht erst am Ende der Bibel hinzugefügt. Von Anfang an hat Gott die Menschen eindringlich dazu aufgerufen, sich ihm zuzuwenden und zu leben:


„Sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht Gott, der Herr: Ich habe kein Gefallen am Tod des Gottlosen, sondern daran, dass der Gottlose umkehre von seinem Weg und lebe! Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen! Warum wollt ihr sterben, o Haus Israel?" - Hesekiel 33,11


Komm also zu ihm – und bitte ihn voller Zuversicht


Wenn wir all dies zusammennehmen, erkennen wir, wie offen Gottes Einladung tatsächlich ist. Du musst dir den Zugang zu ihm nicht verdienen. Du musst dein Leben nicht erst selbst in Ordnung bringen. Du musst keine Angst davor haben, ihm etwas schuldig zu sein, und du musst nicht alles verstanden haben, bevor du dich ihm näherst.


„So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!" - Hebräer 4,16

„Gnade“ bedeutet unverdiente Güte – ein Geschenk, das freiwillig gegeben wird. Der „Thron der Gnade“ ist ein Bild für Gottes Gegenwart, wo uns diese Güte geschenkt wird.


Darum, Brüder und Schwestern – und alle, die dies aus ehrlicher Neugier lesen –, kommt zu ihm. Kommt wie Kinder, mit offenen Händen. Bittet um Weisheit. Und vertraut darauf, dass unser Vater allen gern und ohne Vorwurf gibt (Jakobus 1,5).

Noch ein zusätzlicher Vers:


„Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer zu Gott kommt, muss glauben, dass er ist und dass er die belohnen wird, welche ihn suchen. - Hebräer 11,6


Die wichtigsten Gedanken


  • Es fällt uns tatsächlich schwer, von Gott zu empfangen – meist aus Stolz, weil wir es uns verdienen möchten; aus Angst, weil es uns verletzlich macht, unsere Abhängigkeit von ihm einzugestehen; oder weil wir niemandem etwas schuldig sein möchten.

  • Gottes größtes Geschenk ist kostenlos (Römer 6,23). Ein echtes Geschenk erzeugt keine Schuld. Es nimmt uns lediglich jeden Grund zur Selbstüberhebung, denn alles, was wir besitzen, haben wir ursprünglich empfangen (1. Korinther 4,7).

  • Wir sollen wie Kinder empfangen – mit offenen Händen und ohne etwas aufzurechnen (Markus 10,15).

  • Der Weg zur Weisheit kann zunächst wie ein Zirkelschluss klingen – „Erwirb Weisheit, um Weisheit zu erlangen“ (Sprüche 4,7). Die Lösung liegt jedoch in unserer Beziehung zu Gott: Er übersteigt unser Verständnis (Jesaja 55,8–9) und lädt uns ein, ihn immer wieder zu bitten.

  • Wir erkennen die Wahrheit, indem wir in Jesu Wort bleiben (Johannes 8,31–32) und Gott um Weisheit bitten.

  • Gott gibt Weisheit großzügig und ohne Vorwurf. Er beschämt dich nicht und hält dir deine Vergangenheit nicht vor (Jakobus 1,5). Jakobus, der Halbbruder von Jesus, erfuhr dies selbst, nachdem auch er zunächst nicht geglaubt hatte (Johannes 7,5).

  • Gott ist bereitwillig, nicht widerstrebend. Er freut sich über jeden, der umkehrt, und möchte, dass Menschen sich ihm zuwenden und leben (Lukas 15,7; 2. Petrus 3,9; 1. Timotheus 2,4; Hesekiel 33,11).

  • Die Einladung lautet: Komm voller Zuversicht zu Gott und bitte ihn (Hebräer 4,16).




 
 
 

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